Kalkulation und Umsatzplanung

Die Kalkulation findet immer erst in einem Angebot oder Auftrag statt.

Im JustRelate CRM arbeiten Sie mit einer flexiblen Kalkulation in einem einheitlichen Kalkulationsmodell. Es stellt differenzierte Schemata für die unterschiedlichen Positionen bereit. Kundenbeistellungen, unter­schiedliche Währungen und Umrechnungskurse werden berücksichtigt. Ob Einzelprodukt, Produktmix oder ertragsabhängige Preisberechnung, alle Möglichkeiten werden unterstützt.

Hinweis: Kalkulation und Umsatzplanung sind voneinander unabhängig. Die Planung wird klar gegliedert in die provisionsrelevante Nettoplanung und die wahrscheinlichkeitsbe­zogene gewichtete Berechnung. Damit ist es also möglich, auf Basis der aktuellen Kalkulationsdaten die provisionsrelevante Nettoplanung und die wahrscheinlichkeitsbezogene gewichtete Berechnung von Hand zu übernehmen, ggf. zu korrigieren und an die Umsatzplanung anzupassen. Abzüge in der Planung (Rabatt, Provision) werden rot dargestellt, ebenso negative Deckungsbeiträge in der Kalkulation.

Nachdem Sie in einem Angebot oder Auftrag Produkte konfiguriert haben, werden Sie kalkulie­ren wollen, wonach der Datensatz dementsprechend als kalkuliert gekennzeichnet wird. Sie können dazu verschiedene Kalkulati­onsgruppen anlegen, die Sie verschiedenen Angeboten oder Aufträgen zuordnen können. Jede Veränderung in der Produktstruktur setzt die Kalkulation wieder auf null. So verfügen Sie immer über die aktuelle Kalkula­tion.

Währungsarten

Hauswährung

Dies ist die Währung des Systems (Euro). Sie kann in der Variablen PSA_DFV_HOM_CUR definiert werden.

Handelswährung

Diese Währung kann bei Unternehmen im Reiter Konditionen… gepflegt werden. Sie ist in den meisten Fällen die offizielle Wäh­rung des Landes.

Der voreingestellte Wert für die Handelswährung kann in der Variablen HOM_CUR_IDN definiert werden.

Projektwährung

Die Projektwährung kann bei Vorgängen (Angebot, Auftrag, ...) im Reiter Kalkulation gepflegt werden. Beim Anlegen eines Vor­gangs für ein Unternehmen wird sie mit der Handelswährung aus dem Kontakt vorbe­legt.

Automatische Übernahme der Kalkulationsdaten nach Umsatz (Vorgangsumsatz)

Bei Angeboten und Aufträgen gibt es im Reiter Konfiguration/Kalkulation ein Flag (Kalkuliere Vorgangs­umsatz), mit dem gesteuert wird, ob die eingetragenen Verkaufspreise nach Kalkulation in den Erwarte­ten Umsatz eines Angebots oder den Auftragseingangs-Wert eines Auftrags übernommen werden. Ist das Flag nicht gesetzt, können die kalkulierten Werte manuell im Hauptformular (Allgemein) eingetra­gen oder überschrieben werden.

Hinweis: In der Standardeinstellung ist diese Option inaktiv (n). Der manuell eingegebene erwartetete Umsatz wird durch den Vor­gangsumsatz überschrieben, der manuelle Wert ist dann nicht mehr verfügbar und muss neu eingegeben werden.

Kalkulationsgruppen

Beim Anlegen eines Angebots oder Auftrags wird automatisch eine neutrale Kalkulationsgruppe ange­legt.

Jedes neu angelegte Produkt wird zunächst dieser Kalkulationsgruppe zugeordnet. Die Kalkulationsgrup­pen für Angebote und Aufträge können im Reiter Konfiguration/Kalkulation aufgerufen werden, wo sich auch neue Kalkulationsgruppen erstellen lassen. Sie können weitere Kalkulationsgruppen anlegen, um durch die gesamte Struktur den verschiedenen vorgangsspezifischen Produkten oder Leistungen individuelle Kalkulati­onsgruppen zuzuordnen. Dabei wird eine Kalkulationsgruppe in der Struktur abwärts vererbt. Im Ange­bot kann die Kalkulationsgruppe flexibel geändert werden (Feld KGR am Lieferumfang).

Nachdem alle vorgangsspezifischen Produkte oder Leistungen angelegt wurden, ist der Datensatz bereits aktuell kalkuliert und wird als solcher gekennzeichnet. Im Formular sehen Sie mit dem Standardbefehl Laden oder der Formularfunktion Kalkulation die aktuellen Kalkulationsdaten auf einen Klick. Alle vorgangsspezifischen Bedarfspositionen werden bei der Kalkulation berücksichtigt.

Hinweis: Jede Änderung an der Produktstruktur setzt die Kalkulation wieder auf null. Jede Ände­rung des Vorgangs führt automatisch zu einer Neukalkulation.

Einschlüsse, Zuschläge und Vertriebsspanne ergeben einen Kalkulationsfaktor. Der Faktor und der Rabatt gehen in die Berechnung des Verkaufspreises der Produkte oder Leistungen aus dem Listenpreis (Materialpreis) ein. Der Projektpreis errechnet sich aus der Summe aller Verkaufspreise der Produkte.

Es werden alle in dem aktuellen Angebot enthaltenen Kalkulationsgruppen mit folgenden Daten ange­legt. Die Summe der Einschlüsse ergibt sich aus:

  • Provision / Abgaben in %
  • Finanzierungskosten in %
  • Hermesbürgschaft in %
  • Versicherung in %
  • Bankspesen in %
  • Zoll in %
  • zusätzliche Einschlüsse in %

Hinweis: Die Summe aus allen Einschlüssen und der Vertriebsspanne bezieht sich auf den Verkaufspreis und muss daher unbedingt kleiner als 100 % sein, sonst wird der Faktor auf 0 gesetzt. Die Absolutwerte bei Einschlüssen und Zuschlägen sind immer nur Näherungswerte. Deren Eingabe per Hand dient nur dazu, die prozentualen Werte festzulegen, auf denen die Kalkulation basiert. Daher kann sich eine solche Eingabe beim Verlassen des Feldes geringfügig ändern.

Die Summe der Zuschläge ergibt sich aus:

  • Festpreiszuschlag
  • Fracht und Versand
  • Zusätzlichen Zuschlägen

Die Vertriebsspanne ergibt sich aus:

  • ZN-Nutzen (Zweigniederlassung-Nutzen) in %
  • Vertriebsgemeinkosten in %
  • Vertriebsergebnis in %

Die Formel, nach der sich der Faktor berechnet, lautet: Faktor = (100 % + Summe der Zuschläge) / (100 % - [Summe der Einschlüsse + Vertriebsspanne])

Die Kosten ergeben sich aus der Summe aller Listenpreise der Produkte oder Leistungen, die dieser Kalkulati­onsgruppe zugeordnet sind.

Rabatte ergeben die Kosten mit Rabatt, die bei Bedarf im Vorgang ausgeblendet werden. Der Faktor wird bei Rabatten außer Acht gelassen.

Auftragskosten / Anschaffungskosten (AKO) und Verhandlungsspanne werden berechnet und bei Ermittlung des Verkaufspreises ebenfalls berücksichtigt.

Diese Daten gehen in die Kalkulationsdaten des Angebots und des Auftrags ein.

Beim Auftrag wird zusätzlich noch der Deckungsbeitrag (DB) in den Kalkulationsdaten ausgerechnet und angezeigt, der den prozentualen Gewinn vom Verkaufspreis ausweist.

Hinweise zu Rundungen bei der Kalkulation

Die Projektpreise werden nicht mehr an den Produktblättern, sondern nur noch am Vorgang und in den Kalkulationsgruppen gerundet. Rundungsfehler werden somit minimiert.

Werden Produkte mit KGR im Preis fixiert oder sonderbezuschlagt, so wird nun das Faktoren-Verhältnis zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis im Feld Sonstiger VK-Preis-Anteil ausgeglichen. Sollte ein Ausgleich (ungleich 0) notwendig sein, so kann innerhalb der KGR nicht mehr mit dem Faktor/Rabatt direkt experimentiert werden, da sich dieser Anteil in Abhängigkeit von diesen Werten neu bestimmt. Es ist eine Neukalkulation notwendig. Dazu werden alle weiteren Werte "genullt". Die Kalkulationsgrup­penmaske muss deshalb mit OK geschlossen und dann erneut geöffnet werden.

Rabatt in % wird jetzt mit vier Nachkommastellen im Kalkulationsgruppenformular angezeigt. Der Rabatt kann mit mehr Nachkommastellen eingegeben werden, auch wenn dies in der Anzeige beim Verlassen des Feldes auf vier Nachkommastellen gerundet wird.

Rabatt absolut ist nun editierbar. Hieraus wird ein Prozentwert berechnet, der dann die Vorgabe für die weitere Kalkulation ist. Der Absolutwert lässt sich demnach nicht fixieren.

Produkte pro Kalkulationsgruppe

Hierbei wird berücksichtigt, ob die Kalkulationsgruppe innerhalb der Struktur unterschiedlich ist.

Welche Komponenten mit welcher Kalkulationsgruppe kalkuliert wurden, stellen Sie fest, indem Sie im Lieferumfang einfach die Positionen auflösen.

Umsatzplanung

Die Anpassung der Umsatzvorgaben und Planung des Umsatzziels finden in der Vertriebsplanung statt. Hier werden die Umsatzzahlen der Vertriebsvorgänge mit den Vorgaben der Vertriebsplanung verglichen und eine Soll/Ist-Analyse erstellt, die dann in die Vertriebspipeline einfließt.

Siehe auch: Business Intellligence, Planung auf der Basis von Vorjahreswerten